Šimon Vahala stellt in seinen Werken die Dinge um uns herum in ihrer schlichten Schönheit dar, die er auf eine Weise einzufangen vermag, als ob er sie von innen heraus berühren könnte. Die Dinge, wie er sie interpretiert, erscheinen uns vertraut, obwohl wir sie noch nie zuvor so gesehen haben.Es handelt sich eigentlich um eine Art Porträts von Dingen. In seinen Porträts von Blumen, denen der Künstler oft besondere Aufmerksamkeit widmet, gelingt es Šimon durch einfache Kompositionen und eine scheinbar grob behauene, skizzenhafte Handschrift, den Charakter der Blume zu erfassen, der die Naivität ihrer schlichten Anwesenheit betont, und zugleich die kleinsten Nuancen, das Zittern der Blütenblätter, die Frische in der Luft, die Atmosphäre eines vergänglichen Moments mit all den Gefühlen und Tönen, die dieser Augenblick mit sich bringen kann, festzuhalten.Vahalas Bilder zeichnen sich durch eine besondere Stille aus, die uns einfängt. Es ist nicht die Stille des Augenblicks, in dem Worte fehlen, Worte, die wir erahnen und nur darauf warten, dass sie kommen und beginnen zu erklären. Wir befinden uns in einer Stille, in der Worte nie existierten und nie existieren werden – einer Stille, die uns auf eine Klangfrequenz einstimmt, die so fein ist, dass wir das Flattern der Flügel eines Schmetterlings im Flug wahrnehmen können. Was wir fühlen, lässt sich nicht in Worte fassen, und vielleicht bleibt uns gerade deshalb das in den Bildern eingefangene Gefühl unausgesprochen, unüberdeckt, unkonkretisiert und unübertönt erhalten.
Karolina Dolanská